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 Die verlassene Eisfeste

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Fyolon
Prinz des Nordens
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BeitragThema: Die verlassene Eisfeste   So Okt 11, 2009 9:37 pm

Weit oben im Norden steht die verlassene Eisfestung. Dicke Schichten aus Eis umschließen das Mauerwerk und lassen das Gebäude in der Abendsonne glitzern und strahlen. Schon von Weitem kann man sie sehen, wie sie sich majestätisch aus dem Horizont erhebt und mit ihren spitzen, eiszapfengleichen Türmen zu versuchen scheint, den Himmel zu berühren. Das Eis schützt das Gemäuer vor dem Verfall und stärkt den Stein, wie ein äußeres Skelett. Eine frostige Kälte geht von ihr aus und jagt mit dem Wind über die Gefilde. Ein seit jeher geöffneter Spalt in dem vereisten Eichentor lädt die Abenteurer ein, einzutreten und doch wagt es nicht, wer die Legenden kennt.
Nicht immer war die Festung kalt und leer gewesen: Einst erstrahlte sie in einer Pracht, bei der selbst Fjöhyr nicht mithalten konnte, doch diese Zeiten sind vorbei. Vergessen.
Lediglich wenigen sind die Geschichten bekannt, und es sind Geschichten, die man sich in kalten Winternächten m Feuer erzählt.
Einst stand die Festung im Besitz der Königin Sylvaria. Sie zählte zu den schönsten im Land, und Jedermann reiste an, um sie zu sehen. Mit ihrer schneeblassen Haut und dem weißblondem Haar saß sie ganz in Silber gekleidet am Ende des Thronsaales. Wo sie sich befand herrschte Frühling und der Winter wich vor ihr zurück, so auch in diesem Teil von Figlias. Mitten in Eis und Schnee ward ein grüner Fleck, an dem die Sonne schien und wo Tiere sich gerne aufhielten.
Die Königin feierte rauschende Feste und lud oft Monarchen aus fernen Ländern zu sich ein.
Jedermann freute sich über den plötzlichen, immer währenden Frühling im Lande. Jeder, bis auf dir Noldur. Sie waren auf tiefsten Winter eingestellt und brauchten ihn um richtig wirtschaften zu können. Neue Pflanzen wuchsen und verdrängten viele der heimischen Kräuter.
"Noch ein Rentier gestorben." sagte ein Rentierhirte zu seinem Sohn "wenn das so weitergeht, können wir uns kein Brot mehr leisten." Verzweifelt stieg der Junge hinauf in die geheime Höhle des Wintergottes und flehte ihn um Hilfe an. Ein Brausen und Knistern erfüllte die Luft und die Nordlichter erstrahlten in unnatürlich intensiven Farben als der Junge sich wieder auf den Heimweg machte.
Die Königin saß gerade in einem weichem Sessel vor dem Kamin und ließ sich die Speisen auftragen, als ein dumpfes Pochen durch die Räume drang.. Ein Page öffnete die Türe und herein trat ein alter, bärtiger Mann. Sein Fellumhang war zerschissen und ließ sie deutlich die Lumpen sehen, die er darunter trug..
"Ihr müsst den Winter Einzug nehmen lassen!" sprach er, kaum dass er vor ihr auf die Knie gegangen war "Der Gott des Winters wird euch zürnen, wenn Ihr es nicht tut." Die Königin lachte ein glockenhelles Lachen und entließ ihn aus ihren Gemächern.
Dieses Schauspiel wiederholte sich an den folgenden Abenden und jedes Mal entließ ihn die Königin, ohne seinen Rat zu beherzigen. Als er am elften Tage wiederkehrte wurde es der Königin lästig. "So lange mein Herz schlägt wird der Winter nie wieder dies Land bedecken!" rief sie zornig. Der Mann nickte und griff in einen Beutel, der an seinem Gürtel hing. Neugierig beäugte ihn die Königin. Beinahe sah es aus, als würde er eine Hand voll Mehl daraus hervorholen, wenn das weiße Pulver nicht so körnig gewesen wäre. Es glänzte im Schein der Fackeln. Der bärtige Mann hielt seine Hand an die Lippen und pustete hinein.
Eine weiße Wolke stob aus seinen Händen, und hüllte die Königin ein.
Vor ihren meerblauen Augen wurde alles weiß. Es war auf einmal sehr kalt und die Königin streckte eine Hand auf um die weißen Flocken zu berühren. Schnee. Der Mann begann in einer rauen kratzigen und vor allem Tiefen Stimme ein Lied zu singen, deren Sprache die Königin nicht verstand. Die Flocken, die sich eine Weile im Takt der Musik bewegt hatten ließen sich jetzt auf der Haut der Königin nieder und verschwanden. Doch sie schmolzen nicht, sondern durchdrangen die Haut und tanzten in ihrem Körper weiter. Bis sie fanden was sie suchten. Eine nach der anderen drängte sich in das Herz der Frau, dessen Schläge stetig verlangsamten, bis es schließlich nach einem letzten zittrigem Schlag ganz verstummte.
Zufrieden betrachtete der alte Mann sein Werk. Kalte, glasblaue Augen starrten zurück und die Königin tat einen Schritt auf ihn zu. Die Bediensteten fühlten die plötzliche Kälte im Raum, die von ihrer Herrscherin ausging und verließen fluchtartig das Gebäude, wie Ratten vom sinkenden Schiff fliehen.
Der alte Mann schlug seinen Umhang zurück. Darunter trug er, nicht wie am ersten Tag seine zerlumpte Kleidung sondern prächtige silberblaue Gewänder. Er lachte und breitete die Arme aus. Sie folgte seiner Geste und als sich ihre Körper berührten, erstarrte die Königin gänzlich zu Eis.
Die umliegenden Siedlungen lösten sich rasche auf, denn alle hörten von der Kälte der Schneekönigin, die aus dem Inneren der Burg kam.
Bis heute kann man die eisige Statue der Königin erkennen, in der Bewegung erstarrt, als sie Fronnhél, den Gott des Winters umarmte.
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